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Old School vs. 360° vs. interaktive Videos – 2. Teil

In drei Teilen möchten wir sie über die aktuellen Trends und Weiterentwicklungen im Video Bereich informieren. In diesem zweiten Teil behandeln wir nun 360° Videos:
360° Videos

Teil 2: 360° Videos (Den ersten Teil lesen Sie hier)

Zu 360 Grad Videos wurden bereits viele, sehr positive Texte geschrieben. Ich erlaube mir an der Stelle etwas kritischer auf die Thematik einzugehen.  Ich selber bin zwar begeistert von den Möglichkeiten. Aber man sollte die Technik bewusst einsetzen, und hierzu ist es nötig, auch deren Kinderkrankheiten zu kennen.

360 Grad Videos werden fälschlicherweise oft als Virtuelle Realität- Videos (VR) Bezeichnet. In einer VR kann sich der Zuschauer frei bewegen, und gegeben falls mit der Umgebung interagieren. Bei 360 Grad Videos kann er sich jedoch lediglich um sich selber drehen und so die Umgebung betrachten. Der Zuschauer ist quasi am Ort der Kamera festgenagelt, das Video umgibt ihn.

Etwas verwirrend: 360° Videos werden oft mir VR Brillen angeschaut.

Um dies zu erreichen wird auf ein spezielles Kamerasystem gesetzt, welches in alle Richtungen filmt. Diese Systeme sind recht neu und stecken noch voller Kinderkrankheiten. Den wirklichen Fachleuten zu folge. Also denen, welche diese Technik aktiv einsetzen. Wird es noch 2-3 Jahre dauern, bis die wichtigsten Fehler ausgemerzt sind. Diese Experten geben auch offen zu, dass sie eigentlich nicht wissen, was sie da tun: Es ist ein Experimentieren, ein Ausprobieren: Was funktioniert, was nicht, wie müssen Geschichten und Bilderwelten aufgebaut werden? Auf der letzten Fachmesse FMX als auch auf der 360/VR World wurde dies immer wieder betont.

Natürlich, auch heute ist es bereits möglich, beeindruckende Filme mit 360° Videos zu erstellen. Aber immer mit einem gewissen Risiko behaftet.

Unterschiede 360° Videos / klassische Videos:

Technische Umsetzung 360 Grad Videos
Obschon es, speziell im Amateursektor, bereits einige 360° Kameras gibt. Steckt die Entwicklung hier noch in den Kinderschuhen, höchsten vielleicht in Teenager Schuhen. Verzerrungen, Bildfehler, geringer Dynamikumfang, geringe Lichtstärke und fehlerhafte Kanten- Übergänge sind noch üblich. Und auch bei der Auflösung ist noch so einiges im Argen: die oft angepriesenen 4k Auflösung ist, für 360 Grad Videos, nicht wirklich viel. Auch in der Postproduktion gibt es noch viele Hürden zu meistern. Interessanterweise „übersieht“ der Zuschauer viele der Probleme aktuell. Zu interessant scheint die neue Technologie aktuell zu sein. Aber das kennen wir bereits: Können sie sich an die ersten 3D Effekte erinnern, damals grandios, heute wird deren Qualität belächelt?

Ein oft verheimlichtes Problem mit 360° Brillen ist die Bildverzögerung: Es dauert jeweils bis einige hundert MS, bis bei einer Kopfbewegung das Bild mit dreht. So manche Zuschauer reagieren darauf mit Übelkeit und Kopfschmerzen. Kaum zu glauben: Die heutigen Computer sind für eine optimale Darstellung oftmals noch zu langsam.

Zum Glück jedoch geht die Entwicklung hier schnell voran, die zweite Kamerageneration, welche 2017 in den Startlöchern steht, wird bereits viele Probleme behoben haben.

Was aber immer bleibt: 360° zeigt ALLES. Also auch unattraktive Ecken des Gebäudes/Raumes, alte Geräte und Möbel auf die man eigentlich nicht wirklich stolz ist usw. Und auch Scheinwerfer, das Filmteam usw. würde gezeigt, weswegen man auch hier Kompromisse eingehen muss.

360 Grad Videos: Inhalt und Dramaturgie
Videoschnitt ist bei 360 Videos nur begrenzt möglich: Inhalte werden daher oft in Echtzeit wieder gegeben, ohne dramaturgische Straffung und Verkürzung. Es ist, als ob sie dabei stehen und zuschauen. Wenn Se sich überlegen ein 360 Video zu erstellen, müssen sie sich fragen: Ist der Prozess interessant genug, um den Ablauf in Echtzeit zu zeigen?
Auch unterschiedliche Kameraeinstellungen sind nicht möglich: Man befindet sich quasi an einer Stelle, von der aus man die Geschehnisse beobachtet. Detailliertes Beobachten von Geschehnissen mittels Grossaufnahme, ran zoomen usw. sind nicht möglich. Heute zumindest noch nicht. Ein gutes (negativ Beispiel ist hier ein Video der DB. Ich wünschte mir hier, dass man die Arbeiten auch mal in einer Grossaufnahme zeigen kann, und dass die Inhalte gekürzt werden, damit ich den gesamten Ablauf besser einschätzen kann. Oder was meinen Sie? Hinzu kommt, dass die Umgebung selber eigentlich zu uninteressant ist, zu wenig läuft, als dass sich der Einsatz von 360° lohnt

Die grosse Stärke ist gleichzeitig die grosse Schwäche: Der Zuschauer entscheidet selber WAS er sehen möchte, und WANN. Eine Lenkung ist bei 360° Videos ist nur eingeschränkt  möglich. Der Zuschauer erhält einen unverfälschteren Einblick in die Geschehnisse, ob sie wollen oder nicht.

Ein sehr aufwändig produziertes 360° Video mit Nicole Kidman, inkl 360° Toneffekte:

Hier wäre meiner Ansicht nach ein reguläres Video sinvoller gewesen: 360° bei der DB

Spannend: 360° Patrouille Suisse

Bringt mit einer 360°/VR Brille das Gleichgewicht durcheinander: Achterbahn-Fahrt

Die Augen vermitteln dem Gehirn widersprüchliche Informationen:

Beitrag von Lawrence Steele / Creative Director bei livejobs.ch

Es folgt Teil 3: Interaktive Videos

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